Sarajevo: Ein außergewöhnliches Urlaubsziel

Autor: Björn

Sarajevo ist in Deutschland hauptsächlich durch den Krieg bekannt, der in den neunziger Jahren die Stadt verwüstete. Selten wird die Stadt als Urlaubsziel in Betracht gezogen – zu unrecht! Denn wer sich heute auf das Erlebnis einlässt, die Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas zu erkunden, wird mit einer außergewöhnlichen Vielfalt an Eindrücken belohnt.

Sarajevo bei Nacht @Flickr/me5otron

Die Balkanstadt bietet ihren Besuchern Spuren aus einer intensiven und langen Geschichte, die sich zu einer beeindruckenden Mischung aus orientalisch-osmanischem und europäisch-österreichischem Erbe zusammenfügt. So lauert an jeder Ecke eine neue architektonische oder menschliche Überraschung, und der Besucher kann sich durch den Strom der bemerkenswerten Stadt treiben lassen.

Die Sehenswürdigkeiten Sarajevos

Die 300.000 Menschen umfassende Metropole ist von Bergen umgeben, mit dem Zentrum Sarajevos im Talkessel. So hat man immer das Gefühl, die Häuser würden von den Hängen in die Altstadt schlittern, sollte man einen Moment lang die Augen abwenden. Und auch im Zentrum selbst heißt es aufmerksam sein: Denn die Schönheiten verstecken sich an den Straßenecken und fallen im Stilmix der Altstadt oft kaum auf.

So ist auch der Attentats-Schauplatz von 1914 bloß durch eine Gedenktafel und ein Schaufenster mit etwas Informationen gekennzeichnet. Dieser so geschichtsträchtige Ort, an dem der erste Weltkrieg seinen Auslöser fand, muss also etwas gesucht werden. Ebenso versteckt liegt das Tunnelmuseum, welches die Geschichte des jugoslawischen Kriegs an dem Ort zeigt, der während des Krieges für die Einwohner Sarajevos der wichtigste Weg zum Schmuggel von Essen und Waffen war.

Altstadt und Natur in und um Sarajevo

Am Besten genießt man das Hauptstadtflair auf dem Baščaršija-Platz (wörtlich übersetzt: Haupt-Marktplatz), welcher in arabischer Stadtplanung kleine Gässchen und Unmengen an Cevapcici bereithält. Unweit davon entfernt steht die Orthodoxe Kathedrale mit ihrer einzigartigen Architektur. Sehenswert ist auch die Moschee von Ali Pasha, die bereits 1561 erbaut wurde.

Außerhalb der Stadt wartet viel Natur auf den Bosnien-Herzegowina-Besucher. Besonders die Wanderung zum vier Kilometer entfernten Skakavac-Wasserfall ist lohnenswert, denn dieser ergießt sich über 96 Meter. Die Wanderung ist sehr sicher und gut beschildert, sodass sie auch ohne Führer bewältigt werden kann.

Natürlich sind in Sarajevo noch viele Spuren des Krieges zu finden, und auf den Straßen ist eine gewisse Achtsamkeit sowohl Minen als auch Dieben gegenüber durchaus angebracht. Dennoch ist ein Besuch in Sarajevo, besonders bei der Suche nach einem Gefühl für Europa, ein Augen öffnendes und berührendes Erlebnis.




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