Amsterdam – Sympathisches Chaos
Für mich ist eine der schönsten Städte Europas Amsterdam. Jetzt denkt jeder bestimmt gleich an die berühmten Coffeeshops. Aber diese sind einfach nur ein Beweis dafür, wie offen und tolerant die Holländer sind. Und genau diese Einstellung vermittelt einem die Stadt – ein Ort, an dem Entspannung und ein chaotisches Durcheinander sich zu einem angenehmen Flair verbinden.
Amsterdam hat seinen Namen vom Fluss Amstel, um dessen Damm im 12. Jahrhundert sich die ersten Menschen ansiedelten. Da dies Sumpfland war, errichteten sie auf unzähligen Pfählen das Fundament für ihre Siedlung.
Anfang des 13. Jahrhunderts bekam Amsterdam dann die offiziellen Stadtrechte verliehen und ein rasanter Aufstieg begann. Im Jahr 1369 wurde die Stadt Mitglied der Hanse und so ein wertvolles Handelszentrum. Von hier aus starteten auch die ersten niederländischen Schiffe nach Indien und Ende des 17. Jahrhunderts war Amsterdam die wohlhabendste Stadt Europas, in deren Lagerhäusern sich Reichtümer wie Gewürze und Seide nur so stapelten.
Doch als die Niederlande im Jahr 1672 in einen Krieg mit England und Frankreich gerieten, verlor die Stadt ihren Zugang zum Welthandel und so wurde der Geldhandel immer wichtiger. Amsterdam wurde zum finanziellen Zentrum der Welt, da sie den europäischen Fürsten Geld liehen, damit die ihre Kriege finanzieren konnten.
1806 wurde Louis Bonaparte, ein Bruder von Napoleon, zum holländischen König gekrönt und er machte Amsterdam zur Hauptstadt seines Reiches. Doch Der Ruhm und der Einfluss der Stadt verblichen immer mehr, bis 1876 der Noordzeekanaal eröffnet wurde und so Amsterdam einen Anschluss an die Nordsee und damit zum Handel bot. Die Stadt wurde so aber vor allem ein wissenschaftliches und kulturelles Zentrum.
Heute zeugen viele prächtige Bauten von der über 800-jährigen Geschichte. Sowieso ist das Stadtbild Amsterdams durch historische Bauwerke, viel Grün, Wasser und vor allem den unzähligen Grachten (165) und Brücken (an die 1300) geprägt.
Kulturell hat diese Stadt also sehr viel zu bieten – Theater, Restaurants, Galerien und Museen, wobei das Van-Gogh-Museum wohl das bekannteste ist.
Gerade abends und nachts, wenn die Grachten in wunderschönen Farben ausgeleuchtet sind, kann man einen kleinen romantischen Spaziergang am Wasser entlang machen oder sich ins wilde Nachtleben Amsterdams stürzen. Vor allem die Coffeeshops und das Rotlichtviertel sind bei Holländern und Touristen zugleich ein beliebter Anziehungspunkt.
Auf den Straßen der Stadt herrscht fast immer ein leicht chaotisches Treiben. Nur in den Morgenstunden (so bis 10 Uhr), wo es bei uns schon wieder geschäftig zugeht, scheint die ganze Stadt zu schlafen.
Hier gehen die Uhren eben ein bisschen anders und genau das macht Amsterdam aus, diese chaotische und fast immer freundliche Gelassenheit.
